Rudi fragt : Auto-mobil?

Der Mensch hat das Auto erfunden,
um bequem sitzend im Stau zu stehen.
Andrzej Majewski

Früher war das Auto mal mobil, heute steht es die meiste Zeit nur nutzlos rum: vor der Haustür, am Arbeitsplatz oder im Stau. Und wenn es sich doch mal bewegt, versaut es unsere Umwelt und unsere Lungen. Drum bin ich vor einem Jahr vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen. Und Sie?

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann. – Indianerweisheit

Fast 46 Millionen Autos besitzen die Deutschen. Genutzt wird der Wagen im Schnitt eine Stunde am Tag, den Rest der Zeit stehen die meisten Autos herum. Für die Städte ist das ein Problem, denn geparkte Autos verbrauchen den knappen öffentlichen Raum. Trotzdem ist Parken in Deutschland im europäischen Vergleich sehr günstig, häufig sogar kostenlos. Städte im Ausland zeigen, wie man mit kluger Parkraumbewirtschaftung den nachhaltigen Verkehr stärkt. – ZEIT

Neben Stuttgart denkt nun auch München wegen zu hoher Stickoxid-Belastung laut über Diesel-Fahrverbote nach. Viele Städte in Deutschland kämpfen mit diesem Problem. Kommen Fahrverbote bald vielerorts? Während die Nachrichten über Abgasschwindeleien in der Autobranche nicht abreißen, hat es den Anschein, als würden sich nun die kommunalen Politiker einiger Städte bewegen. Über Dieselfahrverbote gesprochen haben grundsätzlich schon viele – sie wirklich auf den Weg gebracht oder zumindest konkrete Pläne angekündigt bislang nur wenige. – WiWo

Es ist einfach unglaublich: Immer und immer wieder lesen und hören wir in den Medien verharmlosend und beschönigend von „Abgasschwindeleien“ & „Schummelsoftwäre“. Korrekt muß es heißen:

Abgasbetrug & Betrugssoftware

Wir haben es hier nicht mit kleinen Eierdieben zu tun, sondern mit skrupellosen Verbrechern, die mit ihren Giftschleudern Tag für Tag unzählige Kranke und Tote produzieren:

Feinstaub in der Luft ist nach einem Bericht der Europäischen Umweltagentur pro Jahr für etwa 430.000 vorzeitige Todesfälle in der EU verantwortlich. Zum Vergleich: Laut Umweltbundesamt gibt es jährlich allein in Deutschland etwa 47.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub. – WELT

Nach Stuttgart wird nun auch dieses Ansinnen von der Umweltschutzorganisation Greenpeace bejubelt: „Endlich ist einem Bürgermeister die Gesundheit der Menschen wichtiger als freie Fahrt für schmutzige Diesel“, sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup am Mittwoch. „Immer mehr Städte werden einsehen, dass der andauernde Abgasbetrug der Hersteller Fahrverbote unumgänglich macht.“ – WiWo

Weil die Menschen ein Recht auf saubere Luft haben. Der Europäische Gerichtshof hat dieses Grundrecht in einem Urteil bestätigt. Die Gerichte argumentieren mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit. Dieses Recht darf nicht gegen Wirtschafts- oder Mobilitätsinteressen abgewogen werden.

Die Stadt sollte sich vornehmen, die Anzahl der Privat-Pkw zu halbieren und den Nahverkehr auszubauen. Die Halbierung des Verkehrs genügt nicht, weil Diesel 30-mal mehr Stickoxid als Benziner ausstoßen. Ein sauberes Stuttgart ist nur mit einem weitgehenden Diesel-Fahrverbot denkbar. Der Diesel muss raus aus der Stadt. – Jürgen Resch, DUH

Der einzige Unterschied, den ich zwischen einem Dieb und einem Banker sehe, ist ein Hochschulabschluss.
Dennis Lehane

Autofahren bis der Tod uns die Luft abschnürt? Besser nicht! Vielleicht sehen Sie jetzt auch den VW-Abgasskandal mit anderen Augen. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist ein Verbrechen an unserer Gesundheit und an unserem Leben. Deshalb freut es mich auch besonders, daß das FBI und Südkorea VW-Manager jetzt angeklagt und eingesperrt haben. Wann wird das endlich auch in Deutschland und andernorts passieren?!

Leider können sich diese skrupellosen Verbrecher immer noch mit Milliardenstrafen freikaufen.Mord an der Volksgesundheit wird mit einer Geldstrafe abgegolten. Mord an einem Menschen kostet Lebenslänglich. Was soll das? Sieht so Gerechtigkeit aus? Im Raubtierkapitalismus ja. Da geht es schließlich nicht um Gesundheit & Lebensqualität, sondern um skrupellose Gewinnmaximierung, die gerne auch über Abgas-Leichen steigt. Kollateralschäden. Alles klar?!

Auto-mobil?

Und wenn Sie beim Bus- & Straßenbahnfahren gerne gute gute Musuk hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Joe Louis Walker – Too Drunk To Drive Drunk

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble,
the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

 

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