Rudis neues Wörterbuch : Trumpismus

Rudis neues Wörterbuch : Trumpismus

Das Trumpeltier erregt die Gemüter. Nicht erst seit gestern. Und hoffentlich nicht bis zum Ende seiner offiziellen Amtszeit in vier Jahren. Die vielleicht schon bald vorverlegt wird, denn Buchmacher setzen jetzt auf Trumps Amtsenthebung. Sie auch?

As psychotherapists practicing in the United States, we are alarmed by the rise of the ideology of Trumpism, which we see as a threat to the well-being of the people we care for and to American democracy itself. We cannot remain silent as we witness the rise of an American form of fascism. We can leverage this time of crisis to deepen our commitment to American democracy. What is Trumpism? Trumpism is an ideology, not an individual, and it may well endure and grow after the Presidential election even if Donald Trump is defeated. – Citizen Therapists

Die geistige Gesundheit des republikanischen Präsidentschaftskandidaten wird weiter diskutiert, seitenlang im Magazin The Atlantic, ungebremst in den sozialen Medien, scheinbar objektiv in einer aktuellen Umfrage unter mehr als 2.200 Psychologen und Psychiatern im Netz. Die Washington Post benannte bereits eine neue Disziplin der Seelenheilkunde: „Trumpology“.

Das Phänomen des „Trumpismus“. Genau davon ist William Doherty überzeugt, ein Psychologe der Universität von Minnesota. Im Juni stellte Doherty ein Manifest gegen den „Trumpismus“ ins Netz, das seither von mehr als 2.200 psychologischen oder psychiatrischen Spezialisten unterschrieben wurde.

In dem Manifest wird das Phänomen des „Trumpismus“ wie folgt definiert: Man erfindet die Vergangenheit neu. Man entschuldigt sich niemals. Man antwortet seinen Kritikern mit Spott. Und man ruft zur Gewalt auf. „Man kann über Trumps öffentliches Verhalten sprechen, ohne zu wissen, ob er im Umgang mit seinen Kindern, seiner Frau, seinen Freunden ganz genauso ist“, sagt William Doherty. – ZEIT

Schon vor der Wahl diagnostizierten viele Therapeuten aus Amerika dem jetzigen US-Präsidenten Geisteskrankheit. Nun warnt ein Zusammenschluss von Psychologen vor der Krankheit „Trumpismus“. Der Mann muss irre sein! – Merkur

! Trumpeltier : Sieg Heil ?

Wir haben Probleme, heutzutage das Böse auch als solches zu identifizieren. Lange Zeit haben die Deutschen geglaubt, dass man einen Nazi an den Springerstiefeln, an der Bomberjacke oder an der Glatze erkennt. Bis die Nazis angefangen haben, sich so wie Hausbesetzer oder wie Hipster zu kleiden. – HuffPost

Trumpismus ist in seiner ersten Phase die Kunst, die politischen Diskurse nach den Regeln der Unterhaltungsindustrie aufzulösen. Es müssen Bilder her, wo Texte waren, es muss Mythos her, wo Geschichte war, es müssen Emotionen her, wo Logik war. Trumpistische Sprache lässt sich knapp beschreiben als ein Zusammenspiel von extremer Verkürzung, der Anhäufung von nichtssagend euphemistischen Steigerungen wie amazing, beautiful, great, tremendous (es sind die Floskeln, die wir von TV-Promis kennen, die ihre Begeisterung im Code der „Reality“ ausdrücken), rüpeligen Herabsetzungen wie weak oder failing und Drohgebärden. Diese Sprache passt perfekt ins Twitter-Format, und dieses Format als neue Form der Kommunikation des Herrschers mit seinem Volk hat eine eigene Semantik und mit ihr ein ganzes politisches Programm.

Trumpismus ist das Projekt der Zerstörung von Nation und Gesellschaft zugunsten einer Herrschaft der Clans und der Freunde der Freunde. – Spiegel

Unterschätze nie die Macht dummer Leute,
die einer Meinung sind.
Kurt Tucholsky

Wenn ein Präsidentschaftskandidat so viele Fehltritte und Skandale überlebt, dass sie irgendwann nur noch ein Schulterzucken hervorrufen; wenn etwa ein US-Präsident sich regelmäßig via Twitter gegenüber der Öffentlichkeit äußert und gleichzeitig traditionelle Medien beleidigt; wenn er die Justizministerin des „Verrates“ bezichtigt und feuert, weil sie ihr Amt ernst genommen und eines seiner Dekrete infrage gestellt hat; wenn er also konsistent ein Verhalten an den Tag legt, das wir bei anderen Präsidenten schon in Einzelfällen als inakzeptabel beurteilt hätten, dann besteht in der Tat die Gefahr, dass wir Zum-Himmel-Schreiendes nach und nach normalisieren. – WELT

Zwei Dinge sind unendlich:
Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.
Albert Einstein

„Was ist der erste Begriff, der Ihnen einfällt, wenn Sie an Donald Trump denken?“ Diese Frage stellte die Quinnipiac University US-Wählern in der vergangenen Woche im Rahmen einer Umfrage. Die Worte, mit denen die mehr als 1.000 Befragten den US-Präsidenten beschreiben, zeigen, wie unbeliebt er bei den Wählern ist. So bezeichnen ihn die Befragten am häufigsten als „Idiot“, „inkompetent“ und „Lügner“, gefolgt von den Begriffen „Führer“, „unqualifiziert“ und „Präsident“. – ZEIT

In der Entlassung von FBI-Chef James Comey sehen viele Buchmacher den Anfang vom Ende des US-Präsidenten Trump. Bei einem Anbieter hat sich die Wahrscheinlichkeit für eine Amtsenthebung quasi über Nacht verdoppelt. Beim Brexit lagen die Buchmacher falsch – liegen sie diesmal richtig? Wenn ja, ist für Donald Trump als US-Präsident bald Schluss. Ein Bieter wolle sogar 100.000 Pfund (knapp 120.000 Euro) auf Trumps vorzeitige Amtsenthebung setzen, sagte Sprecherin Naomi Totten. Die Wettquoten für ein Impeachment seien binnen Stunden nach Comeys Entlassung von neun zu eins auf drei zu eins gestiegen. – WELT

An Donald Trump scheiden sich nicht nur in der Politik die Geister – er treibt auch die Scheidungsrate in Amerika nach oben.Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Wakefield Research“ in Virginia ergab, dass der Grund für jede zehnte Trennung Meinungsverschiedenheiten über den Präsidenten sind. Bei Millennials ist die Quote sogar mehr als doppelt so hoch. – Hamburger Morgenpost

So krass veralbern die „Simpsons” Donald Trump

Trumpismus

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