Gangs of New York – Blutiges Rache-Drama von Martin Scorsese

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Grandiose Bilder, dafür garantiert nicht nur der deutsche Kameramann Michael Ballhaus, eine faszinierende Kulisse und zwei brillante Hauptdarsteller, das alles ist „Gangs of New York“. – Filmstarts

Nach Chinatown & Cotton Club wieder ein cineastischer Leckerbissen, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten: „Gangs of New York“ von dem Regie-As Martin Scorsese, von dem ich Ihnen hier erst kürzlich The Wolf of Wall Street empfahl. Aber sehen Sie selbst.

New York im Jahre 1846: Amsterdam Vallon kommt bereits als Kind mit den Bandenkriegen des Viertels „Five Points“ in Berührung. An der Seite seines Vaters Priest Vallon kämpft der Junge für die sogenannten „Dead Rabbits“, eine Gruppe irischer Einwanderer. Deren Gegner sind die gefürchteten „Natives“ – angeführt vom brutalen William Cutting, genannt „Bill The Butcher“. Die Bande ist bestrebt, mit allen nur erdenklichen Mitteln die alleinige Herrschaft über das Armenviertel an sich zu reißen. Während eines Kampfs muss Amsterdam schließlich mit ansehen, wie sein Vater von „Bill The Butcher“ ermordet wird. Der Junge wird daraufhin in ein Erziehungsheim gesteckt. 16 Jahre später, inmitten der Unruhen des Bürgerkriegs, ist Amsterdam zu einem jungen Mann herangewachsen und sinnt auf bittere Rache…

»No son, never – the blood stays on the blade.« Schon im aller­ersten Satz von Martin Scorseses neuestem Film Gangs of New York wird das Blut beim Namen genannt, das gleich im Übermaß vergossen werden wird. Ein Mann rasiert sich, Menschen bekreu­zigen sich, prüfen ihre Waffen – Rituale der Reinigung und der Vorbe­rei­tung für den Kampf.
Man kennt dieses roh-primitive Amerika Mitte des 19.Jahr­hun­derts, in das sich Scorsese mit seinem neuen Film begibt, aus den Romanen Cormac McCarthys. – Artechock

Martin Scorsese gibt sich nicht mit Kleinkram zufrieden. Wenn er Epen dreht, dann gestaltet sich auch die Drehlänge wie bei „Gangs of New York“ nicht selten zum Epos. Über ein Jahr lang drehte Martin Scorsese „Gangs of New York“. Immer teurer und langwiedriger wurden die Dreharbeiten, zwischendurch drohte das Projekt mehrmals zu platzen, doch Scorsese setzte sich durch und brachte das Gangster-Drama über New York des 19. Jahrhunderts schließlich doch noch auf die Leinwand.

Rache ist das einzige Motiv des Films. Zu wenig für fast drei Stunden, auch eine vermeintliche Liebesgeschichte zwischen Leonardo di Caprio und Cameron Diaz bringt da keinen zweiten Handlungsstrang zustande. Dafür ist der Jungschauspieler Diaz zu sehr überlegen. Grandiose Bilder, dafür garantiert nicht nur der deutsche Kameramann Michael Ballhaus, eine faszinierende Kulisse und zwei brillante Hauptdarsteller, das alles ist „Gangs of New York“, aber all das kommt nicht gegen ein schwaches Drehbuch, das die Charaktere nur anreißt, ihnen aber keine Tiefe verleiht, an. – Filmstarts

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Die Gewaltfrage mit ihren anthropologischen, philosophischen Implikationen war einer der Gründe, weshalb ich Kundun drehte. Damals sagte mir ein Mitarbeiter auf dem Set, dass die einzige wirkliche Revolution in der Geschichte der menschlichen Gattung nur die Gewaltlosigkeit sein könnte. Das ist die wirkliche Revolution, vor der jeder Angst hat. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Schlacht, kämpfen, schlagen, erstechen, erschießen Ihren Gegner oder sprengen ihn in die Luft. Ist das wirklich ein Sieg? Kann es ein Sieg sein, wenn die Haltung, die Kultur, für die Ihr Gegner steht, immer noch existiert?

Wenn ich mir heute bestimmte revolutionäre Gruppen anschaue, etwa die baskische Eta oder andere Separatisten, dann kann es doch kein Sieg sein, wenn man sie über Jahre hinweg bekämpft, ohne ihre Haltung auch nur im Geringsten ändern zu können. Sie mögen schwächer werden, aber das Problem ist immer noch da. Wenn wir Amerikaner heutzutage in die Welt hinausgehen, um Menschen auszulöschen, die sich im Recht fühlen, dann werden immer noch ihre Kinder da sein.

ZEIT: Haben Sie keine Hoffnung?

Scorsese: Manchmal denke ich, es müssten Menschen sein, die sich an den Zweiten Weltkrieg und an den Holocaust erinnern, die uns aus dieser Sackgasse führen können. Menschen, die das Extrem, das Inferno, gesehen haben. Dann wieder scheint mir, dass jeder vernünftige Mensch einsehen muss, dass Gewalt die Welt nicht ändert, und wenn, dann nur vorübergehend. Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass wir von der Moderne weiter entfernt sind als je zuvor. Anders gesagt: Die Welt ist ein Dorf, und dieses Dorf funktioniert heute leider wie New York City um 1850. – Martin Scorsese im Interview mit der ZEIT

Gangs of New York

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