Lesenswert : Offener Brief an das Trumpeltier

Dear Mr. President Elect: Best-case scenario, you’re going to be in this job for eight years. We’ve been around since the founding of the republic, and our role in this great democracy has been ratified and reinforced again and again and again. Enjoy your inauguration. – The Press Corps

Der SPIEGEL titelte gestern: Offener Pressebrief an Trump : „Genießen Sie Ihre Amtseinführung“, und die SÜDDEUTSCHE schrieb: US-Zeitungen rüsten gegen Trump auf. Die Lage ist zwar prekär, aber nicht hoffnungslos, denn auch sonst regt sich in den USA viel Widerstand gegen das Trumpeltier.

Die Sprache ist eine Waffe.
Haltet sie scharf!

Karl Kraus

Das Verhältnis zwischen dem nächsten Präsidenten und den meisten Medien der USA könnte schlechter nicht sein. Der Chefredakteur des renommierten Magazins „Columbia Journalism Review“ schreibt nun eine Kampfansage. „Genießen Sie Ihre Amtseinführung – Ihre Presse“, so schließt Kyle Pope, Chefredakteur der „Columbia Journalism Review“, einen am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief an Donald Trump. Was scheinbar freundlich klingt, ist eine Drohung. Die Botschaft des Briefes: Nach der Amtseinführung werden Sie keinen Spaß mit uns haben. Wir werden nicht klein beigeben. Wir werden kämpfen. Wir werden Ihnen ganz genau auf die Finger schauen.

Ein neues Selbstbewusstsein ergreift also die Medien in den USA, sie sehen ihr Profil als Verteidiger der Demokratie durch Trumps Angriffe geschärft. Im letzten Absatz von Kyle Popes Brief an Trump klingt das so: „Wenn es gut läuft, sind Sie für acht Jahre im Amt. Uns gibt es seit der Gründung der Republik, und unsere Rolle in dieser großen Demokratie wurde in dieser Zeit wieder und wieder bestätigt und verstärkt.“ – SPIEGEL

Die Presse hat auch die Aufgabe, das Gras zu mähen,
das über etwas zu wachsen droht.
Alfred Polgar

Der Präsidentschaftwahlkampf hat ihn, der seit 2000 für die Washington Post schreibt, zu einem Star gemacht. Niemand enthüllte brisantere Geschichten über Amerikas künftigen Präsidenten als der schlaksige Fahrenthold, der mit seiner eckigen Brille jünger wirkt als 39. Nach monatelanger Recherche und mithilfe seiner 250 000 Twitter-Follower deckte er auf, dass Trump die „Donald J. Trump Foundation“ nicht dazu nutzte, um an Hilfsorganisationen zu spenden: „Er wollte sich mit der Stiftung als Wohltäter inszenieren, ohne eigenes Geld auszugeben.“ Und es war Fahrenthold, der im Oktober jenes Video publizierte, in dem Trump 2005 vulgär über Frauen sprach und sexuelle Übergriffe verharmloste.

„Trump mag es mit der Wahrheit nicht so ernst nehmen, aber wir sind ihr verpflichtet.“ Die Herausforderung für 2017 umschreibt Fahrenthold so: „Dieser Präsident ist bereit, jederzeit zu lügen und wir müssen ihn sofort korrigieren.“ – SZ

Wie war es nur möglich, daß ein Trumpeltier wie Trump zum Präsidenten der USA gewählt wurde? Ganz einfach: Die grenzenlose Dummheit des Menschen macht das nur scheinbar Unmögliche immer wieder möglich. In Ewigkeit. Amen.

Zwei Dinge sind unendlich:
Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Und wenn Sie beim Nachdenken über die menschliche Dummheit gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Funny Van Dannen – Mein Volk

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble,
the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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