Ein Akt der Gewalt – Thriller von Ryan David Jahn

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Es fühlt sich gut an –
ein wenig menschliche Wärme in einer kalten Welt.

Was Sie auf dem Buchcover oben sehen ist ein Hinterhof in den USA. Hinter den Fenstern stehen Menschen und starren von Zeit zu Zeit in den Hof runter. Wo gerade eine Frau von einem Psycho brutal vergewaltigt und mit einem Messer malträtiert wird. Und jeder hinter den Fenstern glaubt, die anderen hätten schon die Polizei gerufen. Was aber keiner getan hat, weil jeder denkt, der andere hätte es schon getan. Also verreckt die Frau qualvoll unten im Hof, obwohl ein simpler Anruf bei der Polizei sie hätte retten können. Ein zutiefst erschütterndes Buch, absolut beschämend dieser  moralisch desolate Zustand des Menschen!

Ryan David Jahn

Ryan David Jahn, geboren 1979, wuchs in Arizona, Texas und Kalifornien auf. Mit sechzehn Jahren verließ er die Schule, um in einem Plattenladen zu arbeiten. Seit 2004 schreibt er als Drehbuchautor für Film und Fernsehen. Für seinen ersten Roman Ein Akt der Gewalt wurde er mit dem renommierten Debut Dagger Award ausgezeichnet.

Das Buch

Es ist vier Uhr früh, als sich Katrina Marino auf den Heimweg macht. Die Straßen sind menschenleer, trotzdem hat Katrina das Gefühl, beobachtet zu werden. Als sie sich wenig später ihrer Haustür nähert, nimmt sie aus dem Augenwinkel eine Gestalt wahr. Noch bevor sie reagieren kann, ist der Angreifer über ihr und sticht mit einem Messer auf sie ein. Katrina fängt an zu schreien. Katrinas Nachbarn hören ihre Schreie. Alle schauen aus ihren Fenstern, doch wer unternimmt etwas?

„Ein Akt der Gewalt” basiert auf einer wahren Geschichte, dem Mord an Kitty Genovese, der 1964 weltweit für Schlagzeilen sorgte und dessen Umstände später unter dem Begriff Bystander-Effekt in die Kriminalgeschichte eingingen.  – Verlagsinfo

Die letzten Sätze

Nachdem er die Kleider gewechselt und sich abgetrocknet hat, stellt er fest, dass ihm noch immer Wasser übers Gesicht rinnt. Er wischt es mit dem Handrücken ab und geht ins Schlafzimmer, wo Erin im Bett liegt, auf ihrer Seite und eingekuschelt. Sie sehen einander an. Ohne ein Wort klettert er dann hinter sie ins Bett und schlingt die Arme um ihren Körper. Er fühlt ihr Herz leise schlagen. Sie schmiegt sich an ihn. Es fühlt sich gut an – ein wenig menschliche Wärme in einer kalten Welt.

Die Leser

Ryan David Jahn hat das literarische Statement zur Debatte über Zivilcourage geschrieben, oder besser, um den Mangel daran. In spannender, manchmal brutal realistischer Form baut er seinen Roman „Akt der Gewalt“ auf ein wahres Ereignis auf: 1964 wurde die junge Kellnerin Kitty Genovese um vier Uhr früh vor ihrer Wohnung im Hof eines Apartmentkomplexes in den USA von einem Fremden angegriffen, niedergestochen und vergewaltigt. Sie starb. 38 Nachbarn sahen zu, keiner holte Hilfe. Der Fall ging in die Kriminalgeschichte ein und stand beispielhaft für den sogenannten Bystander-Effekt. Im Roman kommen einiger dieser Zeugen zu Wort, der Autor schildert ihre Gründe, ihre Nöte. Er zeigt, wie leicht es wäre, einzuschreiten – und wie schwer zugleich. – taz

Ein Akt der Gewalt ist oftmals harter Tobak und nicht leicht zu verdauen, regt aber auch zum Nachdenken an und überzeugt mit schriftstellerischer Finesse. Die kurzen Kapitel und die fragmentarischen Einblicke in die lose miteinander verwobenen Leben sind unbarmherzig und schonungslos, selten hoffnungsfroh und noch seltener dazu beschieden, einen glücklichen Ausgang zu nehmen. Er offenbart die menschliche Unzulänglichkeit und den unbedingten Willen, schreckliche Dinge zu ignorieren, selbst wenn sie in nächster Nähe stattfinden und sei es bloß, um das eigene Dasein nicht über Gebühr mit diesen unliebsamen Vorkommnissen zu belasten, denn schließlich ist sich jeder selbst der nächste und die eigenen Probleme – so unbedeutend sie im Kontext scheinen mögen – sind stets auch die gravierendsten.

Fazit & Wertung: Ein Akt der Gewalt überzeugt durch die Gegenüberstellung brutaler Gewalt und des banalen Alltags, zeichnet ein schonungsloses Bild menschlicher Abgründe und bedient sich einer ausgefeilten Sprache nebst cleverer Dramaturgie. Ein Debüt, dem hoffentlich noch viele ähnlich großartige Werke folgen werden! – Medienjournal

Ein Akt der Gewalt ist ein düsterer, fesselnder und nachdenklich stimmender Blick auf ein gesellschaftliches Phänomen, eine Studie über das menschliche Miteinander, Vorurteilen und dem Mangel an Zivilcourage. Es zwingt zum Nachdenken, da einen die Lektüre zwar betroffen und unglaublich wütend zurücklässt, man aber auch beginnt, sich selbst zu hinterfragen, wie man in einer ähnlichen Situation reagieren würde. Wenn all diese Gedanken und Emotionen durch ein Buch ausgelöst werden, dann ist das für mich ein Zeichen für große Literatur, die jeder, so schmerzhaft es auch sein mag, lesen sollte! – We Want Media

Ryan David Jahn

Bitte besuchen Sie : Rudis Bibliothek : Herzlich Willkommen

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