Biutiful – Erschütterndes Lebensdrama mit Javier Bardem

Biutiful-Javier-Bardem_440x320

Bardem, der für Biutiful für einen Oscar nominiert war, ist so ziemlich der grandioseste Schauspieler, den das europäische Kino Hollywood entgegenzusetzen hat. – SZ

Der Spanier Javier Bardem ist ein genialer Schauspieler. In No Country for Old Men gab er den eiskalten Killer (dafür bekam er einen Oscar), in Vicky Cristina Barcelona den charmanten Liebhaber, und in Biutiful spielt er ebenso intensiv wie überzeugend den krebskranken Familienvater und Kleinganoven mit viel Herz, der sich rührend um seine zwei Kinder kümmert, die von der manisch-depressiven Mutter ziemlich vernachlässigt werden. Wenn Sie der Titel Biutiful an Beautiful erinnern sollte, liegen Sie total daneben. An diesem Film ist absolut nichts Beautiful! Also nehmen Sie sich etwas Zeit für diesen dramatischen-düsteren Film, denn gutes Kino ist nun mal kein Fastfood. Guten Appetit & Gute Verdauung!

Bardem, der für Biutiful für einen Oscar nominiert war, ist so ziemlich der grandioseste Schauspieler, den das europäische Kino Hollywood entgegenzusetzen hat – man sah das schon bei Woody Allen in Vicky Cristina Barcelona, wo Bardem und Penélope Cruz den amerikanischen Cast, allen voran Scarlett Johansson, einfach an die Wand spielen. Was Bardem in Biutiful macht – das ist zum Weinen schön. Lakonisch, zielstrebig, ohne eine Geste zuviel, manchmal liegt aller Ausdruck nur in seinen Augen. – SZ

Bardems Ausnahmetalent, große Vitalität und Körperpräsenz mit sensibelster Charakterfühlung zu verbinden, kommt hier auf bislang eindrucksvollste Weise zum Tragen. Kaum einem anderen würde es gelingen, gehüllt in billigste Proletenkluft, ausgestattet mit einer lächerlichen Vokuhila-Frisur, noch so viel Schönheit, Stolz und Würde auszustrahlen. Sein Uxbal ist so etwas wie die Antithese zu dem Latin Lover, den Bardem noch vor wenigen Jahren in Woody Allens flockigem Spanien-Lustspiel „Vicky Cristina Barcelona“ gab. Dennoch gelang es ihm auch dort noch, seiner Künstlerfigur eine gewisse Lebensschwere zu verleihen. Für seine Darstellung in „Biutiful“ gewann er den Darstellerpreis des Festivals in Cannes und wurde für einen Oscar nominiert. Es ist Iñárritus Glück, in Bardem einen so wirkmächtigen Schauspieler gewonnen zu haben. – Spiegel

Obwohl dieser Ansatz des formal Simplen völlig von seinen Vorgängern abweicht, trägt sein schwermütig-wuchtiges Melodram „Biutiful“ dennoch unverkennbar die Handschrift Inárritus. Die grandiose Inszenierung schafft Linderung für den Zuschauer, dem knapp zweieinhalb Stunden das Letzte abverlangt wird, denn „Biutiful“ ist ein brutaler emotionaler Tiefschlag in die Magengrube – schwer zu ertragen, aber brillant in Szene gesetzt. Allerdings geht dem Film mitunter die erzählerische Finesse ab, die Inárritus „Amores perros“, „21 Gramm“ und „Babel“ zu Meisterwerken gemacht haben.

Obwohl er den Fokus diesmal nur auf einen einzelnen Charakter setzt, stopft er sein Melodram mit Inhalten voll. In der Anhäufung von Trostlosem ist „Biutiful“ ein furchterregender Film: Einem emotionalem Tiefschlag folgt immer wieder noch einer und noch einer. Innaritu hämmert gleichsam auf seine Zuschauer ein, packt sie am Kragen, würgt sie, dreht sie durch den Wolf und drückt sie auf den Boden. In diesem Drama von universellen Dimensionen schwingt sich Oscarpreisträger Javier Bardem  zu einer mitreißenden Leistung auf. Überragend. Herzzerreißend. Sein Porträt eines zum Untergang Verdammten ist intim, zurückgenommen und doch kraftvoll.

Fazit: „Biutiful“ ist Alejandro González Inárritus bisher intimster Film. Der Filmemacher, der eindrucksvoll unterstreicht, dass er längst vom begnadeten Talent zum etablierten Meisterregisseur aufgestiegen ist, konzentriert Leid in epischen Dimensionen und präsentiert ein vor Kraft berstendes, bitteres, intensives Charakterporträt, das durch seinen überragenden Hauptdarsteller Javier Bardem geadelt wird. Und dennoch ist die Empfehlung mit einem Warnhinweis zu versehen, denn das Zuschauen ist schmerzhaft und das Gesehene geht an die Nieren. Wer aber eine stabile Psyche mitbringt, sollte unbedingt einen Blick auf Inárritus meisterliches Filmkunstwerk wagen. – Filmstarts

Biutiful

Bitte besuchen Sie : Rudis Filmpalast : Herzlich Willkommen

Unsere Augen verschaffen uns eine Menge Freuden.
Robert Walser

Banner-Rudis-Filmpalast-orange_485x170

Viewed 2208 times by 933 viewers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.