Dunkle Stadt Bohane – Retro-Dystopie von Kevin Barry

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Kevin Barrys „Dunkle Stadt Bohane“ ist definitiv anders als alles, was Sie bisher gelesen haben. Der Roman spielt im Jahr 2053, also Science Fiction? Ja und nein, denn diese Zukunft ist nicht hell und freundlich, sondern verdammt düster und gewalttätig, also eine Dystopie. Sodann ist diese Zukunft kein Fortschritt, sondern ein gewaltiger Rückschritt, also Retro, denn die Menschen haben sich möglicherweise – das wird nicht erzählt, das bleibt offen – ins Mittelalter zurückgebombt: es gibt keine Autos, kein Smartphone, kein Internet, keine Revolver, Gewehre, Kanonen. Man sticht sich wieder mit Messern ab, schlägt sich die Köpfe mit Fäusten, mit der Axt, mit Ketten ein. Und das alles explodiert beim Lesen in Ihrem Kopf in einem wahnwitzigen Sprachfeuerwerk, wie Sie es noch nie gesehen haben. Neugierig? Lesen!

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Kevin Barry, geboren 1969 in Limerick, lebt in Dublin. Für seinen ersten Roman »Dunkle Stadt Bohane« wurde er 2013 mit dem hochdotierten International IMPAC Dublin Literary Award ausgezeichnet.

Das sagt Kevin Barry über seinen Roman …

Der Bau einer Stadt in der Zukunft im Westen Irland verlangte auch die Schöpfung einer neuen Sprache. Dunkle Stadt Bohane mag vieles sein, ganz gewiss aber zeigt das Buch, wie Hipster-Street-Talk Mitte dieses Jahrhunderts in einer wilden irischen Stadt klingen könnte. Bohane ist ein heimtückischer, übler, mörderischer, intriganter Ort – und verdammt sexy. Eine Stadt voll brutaler Killer, Ganoven und Banditen, und ich liebe sie alle. Die Geschichte ist in Technicolor geschrieben. Sie erzählt von einem Bandenführer, dessen Herrschaft zu Ende geht, sowie vom Thronfolgekrieg, der in den Ränke schmiedenden Rängen ausbricht. Als Dreingabe gibt es noch ein schwitziges Dreiecksverhältnis. Bei dem Roman handelt es sich um eine merkwürdige Art Neo-Western – sämtliche Charaktere entsprechen archetypischen Figuren des klassischen Western. Und er ist seinem Wesen nach innovative Literatur, die zugleich großartige Unterhaltung bieten soll. Der Roman ist anti-realistisch, auf Kicks angelegt und – vielleicht am wichtigsten –, er ist eine Komödie. Er wurde für all jene geschrieben, die ein Buch aufschlagen und eine grellbunte, vergnügte Zeit verbringen wollen, dabei ist der Stil durchaus anspruchsvoll. Ich hoffe, Dunkle Stadt Bohane ist anders als alles, was Sie zuvor gelesen haben, und doch werden Sie auf jeder Seite auch den eigenartigen Taumel eines Déjà-vus erleben, den Sog eben jenes besagten saudade verspüren. In vieler Hinsicht ist die Sprache neu, doch basiert sie auf einem ausgeprägten Rhythmus; es ist ein Buch, das sich gut laut lesen lässt. Versuchen Sie es; probieren Sie aber auch gleich die entsprechende Mode, die Fashion Bohanes aus – lassen Sie Ihrer inneren Jenni Ching freien Lauf, Ihrem Fucker Burke; die Kleider sind aus gutem Grund so detailliert beschrieben; und was die Kostüme angeht, kann der Autor seinen Lesern nur dringend empfehlen, einige davon auszuprobieren.

… und das sagen andere

„Dunkle Stadt Bohane“ bleibt ein Rätsel-Roman. Man kann ihm nicht trauen, er kümmert sich nicht um Wahrscheinlichkeiten, er nimmt seine Figuren gern mal auf den Arm oder macht sie überlebensgroß. Er ist ein schwarzes, schwarzhumoriges Märchen. Zuletzt kann Kevin Barry den Verdacht nicht ganz ausräumen, er habe einen mit seiner Sprachkunst einfach mal schwindlig erzählen wollen. Das ist ihm gelungen. – FR

That Barry has control over all these registers, and makes them his own, is quite astonishing. This debut marks him out as a writer of great promise. Barry’s vernacular, like his plot, is a wonderful blend of past, present and imagined future. He doesn’t overdo it. That Barry has control over all these registers, and makes them his own, is quite astonishing. This debut marks him out as a writer of great promise. – Guardian

„Ich hoffe, Dunkle Stadt Bohane ist anders als alles, was Sie zuvor gelesen haben“ – absolut! Einzigartig gut, rundum gelungen. Das sehen andere wohl auch so, sonst hätte es dafür nicht den International IMPAC Dublin Literary Award gegeben.

Kevin Barry

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