Kamine & Krematorien
Jan 7th, 2008 by Rudi
Kamine & Krematorien
! Ticket to Heaven - Highway to Hell ?
Dire Straits - Ticket To Heaven
Viele fragen mich, wie man in einer so düsteren Welt wie meiner überhaupt leben geschweige denn überleben kann.
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Punkt 1: Ich habe mir mich nicht ausgesucht: Ich wurde in mich und damit in eine extrem sensible Existenz hineingeboren, die ich allerdings seit jeher heiß liebe und gegen alle Angriffe von außen erbittert verteidige, weshalb es anderen auch absolut unmöglich ist, diese Festung zu zerstören.
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Punkt 2: Ich habe mir diese Welt nicht ausgesucht, sie wurde mir vom Serienkiller Tod aufgezwungen, gegen den ich als Tod vor dem Tod allerdings immer schon entschlossen ins Feld gezogen bin. Er hat also auch weiterhin mit mir und damit auch damit zu rechnen, daß ich ihm auch künftig potentielle “Klienten” abspenstig machen werde.
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Punkt 3: So düster, wie es von außen scheinen mag, ist meine Welt gar nicht. Ich habe nach wie vor starke Verbündete und strahlende Lichtbringer. Nur sind sie fast alle tot. Für andere. Für mich jedoch sind sie alle höchst lebendig und äußerst hilfreich. Sie nehmen mich jederzeit helfend an der Hand, wenn ich mich in dem unendlichen Labyrinth dieses viel zu oft völlig undurchschaubaren Lebens wieder mal hoffnungslos verirrt habe. Und sie sprechen und singen Tag und Nacht zu mir, wenn ich das will - von welchem (lebenden) Menschen kann man das schon sagen - oder gar erwarten?
Man schuldet den lebenden Geistern, was man den toten dankt, ohne das wird Genuß des Geistes ehrlos. - Rudolf Pannwitz
Ich nehme also von den scheinbar “Toten” - verleibe es unendlich lebens- & sinnhungrig meiner Existenz ein - und gebe es missionarisch an die hoffentlich “Lebenden” weiter. Das war immer so, das ist immer noch so und das wird immer so bleiben. Ich bin also eine Art “Durchlauferhitzer”, der mich und andere mit der nötigen Lebensenergie versorgt. Und das klappt auch immer noch bestens, wie mir das Feedback (nicht nur) von Monika immer wieder beweist. Meine Existenz ist also auch jetzt in einer Lebenskrise ohnegleichen keineswegs nutzlos, dafür sorge ich schon.
Eines allerdings stimmt: Wo andere freundliche Kamine riechen, die unsere Wohnungen wärmen, sehe ich seit geraumer Zeit vor allem lebensfeindliche Krematorien, die unseren Restmüll entsorgen. Und so lange das so ist, lasse ich mich (außer beruflich) auf keinen Menschen ein, weil mein vorherrschendes Lebens- bzw. Todesthema nicht das Lebensthema einer anderen menschlichen Existenz trüben darf und soll.
Klar sehne ich mich danach, wieder einmal von einer Frau gestreichelt und geküßt zu werden. Nur kann und will ich es keiner Frau zumuten, in meinen Augen und Ohren ständig “den leise grabenden Tod” zu sehen und zu hören, den ich jetzt überall sehe und höre und spüre.
Wenn es bitter ist neben dem Bette zu stehen, worin ein geliebtes erlöschendes Angesicht mit den Farben des Todes liegt: so ist es noch viel bitterer, mitten in den Szenen der Gesundheit hinter der aufgerichteten teuern Gestalt den arbeitenden, leise grabenden Tod zu hören. - Jean Paul
Zum einen ist es purer Selbschutz, wenn ich Menschen derzeit meide, denn wie ja jeder aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, sind Menschen nicht nur eine Quelle reiner Freuden. Und mit dem Rücken zur Wand habe ich keinerlei Reserven mehr, solche durchaus überflüssigen “Freuden” wegzustecken.
R.E.M. - Everybody Hurts
Dann ist es auch so: Ich bin jetzt fast sechzig und habe in meinem langen kurzen Leben jede Menge feiner Frauen genossen. Ich habe von allen Frauen alles bekommen (ihnen allerdings auch alles gegeben), wovon andere Männer ein Leben lang träumen. Ich bin nicht unbescheiden und denke daher manchmal, daß es das für mich jetzt war, daß der Tod endgültig einen Schlußstrich unter mein bisheriges Leben gezogen hat. Und wie mein zukünftiges Leben aussieht, weiß ich einfach nicht, es liegt nach wie vor in einem für mich undurchdringlichen Nebel. Aber die nächsten 24 Stunden schaffe ich noch, selbst im dichtesten Nebel …
The Corrs - Everybody Hurts
The Way o Life/Death
Wir ordnen’s, es zerfällt.
Wir ordnen’s wieder - und zerfallen selbst.
Rainer Maria Rilke
Johnny Cash - Hurt
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